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Was bis weit in das 19. Jahrhundert an einigen Nordseeküstenabschnitten übliche Praxis war, hat sich im belgischen Oostduinkerke bis heute erhalten: Das Krabbenfischen mit Pferden. Mit dieser Kontinuität wird hier Kulturgut erhalten, was international einmalig ist.
Bereits 1563 wurde in einem Schriftstück des nahegelegenen Klosters berichtet, dass der Ertrag der Pferdefischerei zu groß für den Eigenverbrauch sei und man ihn deshalb verkaufen werde. Immer wieder tauchen Hinweise und Notizen dazu in alten Dokumenten auf. Am 30. April 1785 zum Beispiel verbietet Kaiser Joseph II. den gesamten Fischfang mit Netzen am Strand – die Krabbenfischerei wird stillschweigend weiterhin geduldet. Ein paar Jahre später weist eine Zählung der Pfarrgemeinde Oostduinkerke 98 Pferde aus, von denen rund dreißig auf Krabbenfang gingen.
Die Arbeit ist aber keineswegs so ungefährlich, wie sie zunächst scheinen mag. Tückische Strömungen, wandernde Sandbänke und plötzlich aufkommender Nebel oder Sturm setzen den Fischern häufig arg zu. Einer der wichtigsten Grundsätze ist deshalb „Zusammen hinausgehen – zusammen heimkehren!“ Und dennoch wird es weitergehen, denn die Fischer haben sich das Erhalten ihrer Tradition auf die Fahnen geschrieben. Sommer wie Winter ziehen die Fischer mit ihren kleinen Einspänner-Karren, auf denen die Netze untergebracht sind, an den Strand. Nach dem Aufschirren tauchen tauchen die schweren Pferde (meistens Brabanter oder Hennegauer Hengste) bis zur Brust in das Wasser ein – das an acht bis zehn Meter langen Strängen befestigte Schleppnetz hinter sich her ziehend.
Von Zeit zu Zeit verlassen die Fischer und Pferde das Wasser, um die Netze in die zu beiden Seiten des Pferdes hängenden Körbe zu leeren. Ist die Arbeit beendet – sie umfasst den Zeitraum von einer Stunde vor bis zu einer Stunde nach der Ebbe – werden die Krabben umgehend zu Hause gekocht und dann zum Verkauf angeboten.

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